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KLO
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Ø Bewertung:
weiterempfohlen: 80%

Leibnizstr. 57, 10629 Berlin, Tel. 030/32702692

Ich lach mich schlapp ! -u-
eine sehr hilfreiche Meinung

Vorteile: enormer Spaßfaktor, verrückte Ideen,
Nachteile: sehr teuer
Produktbewertung:


geschrieben /geändert am 06.07.00/17.04.01
von OnkelThorsten
Wer hat diese Meinung bewertet?
Über diese originelle Kneipe kursierten schon jahrelang die wildesten Gerüchte , die bis hier nach Ostwestfalen kamen. Bei einem Berlinbesuch musste ich diesen auf den Grund gehen. Damals im noch geteilten Berlin wohnten wir am Kudamm und fragten jüngere Passanten: Kennt jemand das KLO ? Natürlich, da brauchte man nicht viele fragen, das kannte fast jeder: Leibnitzstraße die geht vom Kudamm ab. Ca 20 Minuten zu Fuß oder Buslinie 109 oder 119.

Vom Olivaer Platz am Kudamm sind es nur ein paar Schritte , dann steht man vor einem Altbau mit dem Schild " KLO die erste Toilettenkneipe Europas ". Weiterhin ein Schild mit einem Hund „Wir müssen leider draußen saufen“ und es gibt keine Öffnungszeiten sondern „Spülstunden“ .Manchmal muß man wie auf der Toilette eine Mark in einen Münzapparat werfen, meistens ist die Tür aber auf. Wenn man es nun wagt einen Schritt in die Kneipe zu machen kann man aus der Dunkelheit mit einem Wasserspritzer rechnen, Frauen wird manchmal mit heißer Luft der Rock hochgewirbelt und ein Exhibitionist öffnet seinen Mantel ( eine Puppe ! ). Zudem wird man dann von einem DJ begrüßt bzw. beschimpft mit der bekannten Berliner Schnauze! „Was kommste hier so naß rein, kannste nicht aufpassen“ oder „Boah guckt mal, da kommt Frankensteins Bruder“ . Ein charmanter Empfang.

Um neun Uhr, besonders am Wochenende ist hier kein Platz mehr zu finden, im Sommer kann man wenigstens draußen was finden. Einmal in der Kneipe drin, schauten wir uns um und sahen folgendes: Eine Decke ist nicht auszumachen , da alles voller Nachttöpfe , Klobürsten und weiteren Klo Utensilien ist die an selbiger wohl befestigt wurden. Kellner transportierten etwas wie eine Infusion zu einem Tisch, befestigten den mit rotem Inhalt gefüllten Beutel an einem Haken, und teilten an die Gäste Reagenzgläser aus, die sie aus der Infusion nach und nach füllten, man kann sogar die Fliessgewschwindigkeit regulieren wie im Krankenhaus.

Aber es wurde noch seltsamer, die „Urin Enten“ die schwerkranke Männer im Krankenhaus zum „wasserlassen“ benutzen wurden ebenfalls von den Kellnern mit gelbem Inhalt zu den Tischen transportiert und von den Gästen unter großem Gejohle zum Mund geführt. Das wars noch immer nicht, auch mit diversen Inhalten gefüllte große Nachttöpfe wurde samt sehr langen Strohalmen zu durstigen Gästen befördert. O.k. damit hatten sich fast alle Gerüchte bestätigt !

Nur das man auf echten Kloschüsseln sitzt war dann wohl doch der Phantasie entsprungen. Es sind schon normale Tische , soweit hier im KLO irgendetwas überhaupt normal ist . An einigen Tischen stehen jedoch wirklich alte Toilettenschüßeln , die wohl als einbe Art Notsitz benutzt werden können. Wir haben einen Tisch besetzt und nicht wieder verlassen bevor wir alles ausprobiert hatten. Die Infusion heißt übrigens „Blutgerinsel“ der Nachttopf „ 1 Topf Pils“ und das Pinkelgefäß „ Pils Ente“ . Die Preise sind nicht billig, so wird 0.8 Liter Pils in der Pils Ente mit 13.50 DM und ein Blutgerinsel gar mit 38 DM in Rechnung gestellt.

Wer früh zum Klo kommt findet noch allerlei Zettel für Touris auf den Tischen- dort erfährt man anschaulich warum die Kellner keine Bermuda Shorts tragen können, und es gibt einen „Entschuldigungszettel für Touristen“ der wie eine Stempelkarte für die Stechuhr aufgemacht ist. Auf Wunsch wird hier angeblich die Anwesenheit in der Kneipe abgestempelt, lustige Sprüche wie „sollte nach dem 10.Bier nicht von der Theke pinkeln“ inclusive.

Von der Decke kommen je nach Lust und Laune des DJ's ( Eigenwerbung : " Keiner wollte Ihn haben - jetzt hier im KLO DJ Andy " ) auch schon mal dicke Spinnen herab, aus den Pflanzen hört man aus einem Lautsprecher das Geräusch das es schon mal geben kann wenn einem übel geworden ist und im hinteren Teil des KLO's geht manchmal unter Donnergrollen das Licht aus und die Teile der Decke senken sich bedrohlich Richtung staunender Gäste.
Auf dem Weg zur Toilette muß man an einem in der Ecke stehenden Bären vorbei , der bei dieser Gelegenheit rot leuchtende Augen bekommt und hämisch zu lachen beginnt....

Dann gibt es noch im hinteren Teil einen ganz besonderen Tisch : Im Unterteil eines Sarges liegt ein ( künstliches ) Skelett , darüber eine Glasplatte als Tisch. Das ganze schön von innen beleuchtet , die Gäste dürfen auf zwei weiteren kompletten Särgen Platz nehmen ( mit Polstern die darauf befestigt wurden etwas bequemer gemacht ).
Da sitzt es sich ganz gut und das trinken aus Pils Enten macht noch mehr Spaß.

Zu vorgerückter Stunde boten uns " freundliche " Gäste 2 Reagenzgläser mit einer blauen Flüssigkeit an. " Probiert mal, ist echt lecker ! " Ich erwartete den harmlosen Kirsch oder Pflaumenschnaps , der aus den Blutgerinseln in genau diese Reagenzgläser abgefüllt wird und hab gleich das halbe Reagenzglas ausgetrunken, 2 weitere Freunde auch . UND ???

***SCHÜTTEL*** ***SCHÜTTEL*** ***SCHÜTTEL***
****AAAAAAAAAAAAAAAAAARRRRRGGGGGG****
Man hat das gebrannt. War wahrscheinlich nur Pfeffer und noch schärferes Zeug. Da standen dann 3 Leute mit roten Kopf , hustend , röchelnd und nach Luft ringend .... und der Rest der Kneipe bekam Schreikrämpfe vor lachen. Besonders abgelacht hat übrigens der Kellner !!! Die sind echt gnadenlos.

Den ganzen nächsten Tag hatte Ich Halzschmerzen. Noch ein Tip : Last Euch nicht auf Spiele mit dem DJ ein , der schummelt! Einem Gast bot er an : Wenn Du 2 Minuten ein leeres Glas ( ein 0.5 Liter Bierkrug )stemmen kannst gibts ein Freibier.
Sonst mußte er Karaoke singen. Das scheinbar normale Glas wog allerdings 10 Kilo , keine Chance für den Gast ...

Im April 2001 gab es überhaupt kein Problem einen Platz zu finden , auch nicht um 22:00 Uhr oder später. Die Inneneinrichtung wurde im wesentlichen seit Jahren nicht verändert , vielleicht sollte man sich hier doch langsam mal was neues einfallen lassen.




Kaufpreis: k. A.   
Weiterempfehlung an Freunde: Ja
Stadtbild gut
Nahverkehrsnetz sehr gut
Shoppingmöglichkeiten gut
Nachtleben sehr gut
Kulturangebot sehr gut
Preis-/Leistungsverhältnis sehr hoch
Rotlichtmileu (Verbreitung) keine Angabe
Schwulen- und Lesbenszene (Verbreitung) keine Angabe
Wie lange dauerte Ihr Aufenthalt? weniger als 1 Woche
Werden Sie noch einmal dorthin gehen? bestimmt

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